Montag, 15. Mai 2017

Aljoscha

Eine Geschichte vom Suchen und Finden
von Rainer Buck
Erzähltes

Die Hauptfigur Karel schreibt einen Roman über Aljoscha, den jüngsten von Dostojewskijs „Brüder Karamasov“. Zu Beginn des Romans sitzt er noch überwiegend in der Stadtbibliothek und betreibt Vorstudien. Nach und nach lernt er Leute kennen und diskutiert mit ihnen über Bücher und Theologisches. Ab dem zweiten Drittel überschlagen sich die Ereignisse. Als Karel später ein Zimmer in einem Kloster nimmt, wird es etwas ruhiger und er kann seine literarischen und privaten Angelegenheiten regeln. Dabei bleibt die Geschichte bis zum Ende spannend.

Aljoscha erzählt von einem einfachen Menschen, der sich fragt, wie man heutzutage ein christliches Leben führen kann, und sich Dostojewskijs literarische Figur  zum Vorbild nimmt.
Im Laufe der Handlung werden viele philosophische und theologische Themen angesprochen, u.a. die Frage nach dem Leid, dem richtigen Gottesdienst, Armut, Mission. Den Schwerpunkt der Handlung bilden jedoch die Beziehungen Karels zu seinen Freunden und Bekannten. Begegnungen in Kirchen, einem Kloster, literarischen Zirkeln, einer preiswerten Pension, im Obdachlosenheim und mehr.

Der liebenswerte Karel, ein Suchender und Findender (= Happy End), ist bemüht, aber nicht perfekt. Teils kann er durch seine Naivität die Wahrheit nicht erkennen und eckt dadurch an, und gelegentlich ist er ein ideales Beispiel für „gut gemeint ist manchmal das Gegenteil von gut“.
Die anderen Figuren sind ebenfalls vielschichtig gezeichnet und es gibt so manche Überraschung.

Eine christliche Erzählung mit Tiefgang, nie langweilig, mit heiteren Szenen und von Anfang bis Ende eine unterhaltsame Lektüre. Schade, dass es solche Bücher nicht häufiger gibt.

Der Autor Rainer Buck, Jahrgang 1965, lebt mit seiner Familie in Marbach am Neckar. Neben seiner beruflichen Tätigkeit in der kirchlichen Verwaltung veröffentlicht er Romane, Biografien (Dostojewski) und Kurzgeschichten. Außerdem ist er als ehrenamtlicher Prediger in der methodistischen Kirche aktiv. (Zitat auf der Buchrückseite von Indianertod, ein Kirchenkrimi, der letztes Jahr in diesem Blog vorgestellt wurde.)
 
337 Seiten, 2011, cap-books, Haiterbach-Beihingen

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